Aus der Presse

 

31. August 2015  Rheinische Post

Dinslaken

Seemannsgefühl auf dem Altmarkt

Der Shanty-Chor Hiesfeld sang unter der Leitung von Thomas Baumann. FOTO: Kunkel

 

Dinslaken.

DIN-Tage: Der Shanty-Chor Hiesfeld begrüßte zum Shanty-Festival Brasy aus Polen und De Boekaniers aus Holland.

Dass Dinslaken musikalisch auf der Shanty-Welle ganz weit vorne mitschwimmt, weiß man spätestens seit dem Weltrekord auf der Trabrennbahn im vergangenen Jahr. Aber die Stadt wird dank dem Shanty-Chor Hiesfeld unter der Leitung von Thomas Baumann auch in anderen Jahren immer wieder zu einem Hafen, der international musikalisch angelaufen wird. Am Sonntag war es wieder soweit - es gab Besuch. Im Rahmen der DIN-Tage begrüßten die Seebären von der Rotbachkant das polnische Quintett Brasy und De Boekaniers aus dem niederländischen Harderwijk.

Letzteren Sängern hätte man allerdings gewünscht, sie hätten lieber den Wasserweg, denn die Autobahn 3 in Richtung Niederrhein genommen. Dem unfreiwilligen Aufenthalt in einer Haltebucht bei Arnheim folgte die Rückkehr in den Heimathafen und dann ein zweites Auslaufen zum Dinslaken Altmarkt.

Doch einen Seemann kann bekanntlich nichts erschüttern, auch kein geplatzter Autoreifen. Kaum waren die Boekaniers dann vollzählig, stimmten sie auf der Bühne Shantys und Seasongs an, als seien sie es gewohnt, jeder Art von stürmischer See und Gegenwind zu trotzen.

Ein Gutes hatte das Ganze übrigens für das durcheinandergewehte Programm des 4. Dinslakener Shanty-Festivals. Pont Neuf mussten jetzt doch auftreten, um die Flaute zwischen Brasy und den Boekaniers zu überbrücken. Brasy, das Quintett aus dem polnischen Bytom, ist nicht einfach nur ein Stammgast des Shanty-Chors. Die fünf stimmgewaltigen Sänger sind längst Freunde geworden. Musikalisch dürften sie mit ihren beiden Sets gestern neue dazu gewonnen haben. Ihre Shantys singen sie mit kräftigen, volltönenden und harmonischen Stimmen, irischen und englischen Folk interpretieren sie weich und gefühlvoll, begleiten sich dabei mit Gitarre und Violine. Das alles in ausgefeilten Gesangssätzen. Schon nach dem ersten Set wurden Fragen aus dem Publikum nach einer CD des Quintetts laut.

Eine neue CD wird es auch vom Shanty-Chor Hiesfeld voraussichtlich Ende des Jahres geben. Gleich mit fünf Stücken gaben die Sänger gestern einen ersten Vorgeschmack auf das, was da angeschippert kommen mag. Und das durchaus nicht ohne Hintergedanken. Der Shanty-Chor hat mal wieder die Nase im Wind und sich bei der Finanzierung des Tonträgers für ein Crowdfunding entschlossen. Für zehn Euro konnten "Shanty-Aktien" erworben werden, das Geld fließt in die Produktion und als "Dividende" erhält der Aktionär die fertige CD. Doch am Sonntag war alles live: von den traditionellen Shantys bis zu "Santiago", von den rauen Stimmen bis zu Akkordeon und Tin Whistle.

Zum Schluss des großen Konzerts standen alle vier Gruppen gemeinsam auf der Bühne. Und was bleibt nach einem Shanty-Chor-Festival zu besingen: natürlich, der drunken sailor. Darauf noch einen Rum, Prost! Und bis zum nächsten Mal, wenn Dinslaken wieder zum internationalen Hafen für Shantygesang wird.

Quelle: bes

 

 

Hiesfelder Shanty Chor auf der Sail Bremerhaven

 

NRZ 18.August 2015

Dinslaken stellt Shanty Weltrekord auf

 

Rheinische Post, 29.09.2014

Mit 1867 Sängern trat auf der Trabrennbahn der größte Shantychor der Welt auf und sang klassische Seemannslieder. Von Florian Langhoff

 

 Schon aus einiger Entfernung ist die Stimme von Chorleiter Thomas Baumann zu hören. Auf einer kleinen Bühne am Rande der Rennstrecke auf der Trabrennbahn steht der Chorleiter des Shantychor Hiesfelds und versucht, die Menschen, die sich vor den Gebäuden der Trabrennbahn versammelt haben, auf die Strecke zu dirigieren. "Lauft bitte an der Zählstelle vorbei. Das hier ist schließlich ein Weltrekord-Versuch", sagt der Musiker über Mikrofon. Die Menschen setzen sich in Bewegung, um auf die Strecke zu kommen und sich dort zum größten Shantychor der Welt zu formieren.

Unter ihnen ist auch Benedikte Baumann, künstlerische Projektleiterin von "Sing - Day of Song". Für den Weltrekord-Versuch ist sie nach Dinslaken gekommen. "Ich sehe die Menschen strömen und bin gespannt, was jetzt gleich hier passiert", sagt sie. Derweil stimmt Thomas Baumann die Sänger auf der Bahn schon mal auf den bevorstehenden Rekordversuch ein und erläutert den Ablauf. "Es wird gleich für jedes der Stücke einen oder mehrere Vorsänger geben und ihr müsst nur einzelne Textzeilen als Antwort zurücksingen", erklärt er. Die Idee dahinter: So sollen auch die musikalischen Laien, die zum Rekordversuch angereist sind, einfach am Chorgesang teilnehmen können. Allerdings sind auch viele Profis in Sachen Shanty-Musik angereist. Natürlich zählen dazu Chöre aus dem Ruhrgebiet - aber auch aus der übrigen Republik. Dazu sind Gesangsgruppen aus der Niederlanden und aus Belgien angereist. Einige Gäste im Publikum kommen gar aus England zum Rekordversuch. Denn neben dem Shantychor Hiesfeld und der Stadt Dinslaken hatte auch die International Shanty and Seasong Association (ISSA) zum Rekordversuch an der Trabrennbahn eingeladen. Das macht ein langes Einsingen überflüssig, wie Thomas Baumann schnell feststellt, als er mit den versammelten Menschen das erste Lied anstimmt: "Ich wollte eigentlich mit Euch proben, aber das habt Ihr ja gar nicht nötig. Ihr könnt das ja!", freut sich der Chorleiter.

 Dann wird es spannend. Gelingt der Weltrekord-Versuch auf der Trabrennbahn. Der erste Zwischenstand gibt noch keinen Anlass zur Freude. Noch sind weniger Sänger als geplant anwesend. "Nach derzeitigem Stand sind wir schon mal der größte Shantychor in Dinslaken", scherzt Thomas Baumann von der Bühne. Weitere Besucher strömen auf die Trabrennbahn, bis der Zähler bei 1650 Sängern stoppt. Das reicht nicht. "Jetzt ruft noch mal jeder Dinslakener hier seine Bekannten an, damit noch mehr Menschen zum Singen kommen", sagt Baumann und seiner - halb scherzhaften - Bitte wird Folge geleistet. Sänger zücken ihre Mobiltelefone, rufen Freunde an und die kommen. Am Ende sind es 1867 Sänger, die gemeinsam Lieder anstimmen. "Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, aber jetzt haben wir es geschafft", freut sich Thomas Baumann. Auch Bürgermeister Dr. Michael Heidinger freut sich über den Weltrekord für Dinslaken. "Es war ein ehrgeiziges Unterfangen, aber es ist geglückt. Wir sind mächtig stolz auf die engagierten Bürger der Stadt, die das möglich gemacht haben", sagt er. Dann feiern die Beteiligten ihren Weltrekord.

Quelle: RP

 

 

 

Shanty-Chor begeisterte beim Festival in Bremen

 

 

Hiesfelder begeisterten u.a. als Straßenmusikanten

von Klaus Rank

 

NRZ 05.08.2014

Immer wieder drehte sich die Fähre einem Tanz gleichend auf der Weser, während der ShantyChor Hiesfeld seinen Gesang beim inzwischen 16. Shanty-Festival-Maritim in Bremen-Vegesack übers Wasser gleiten ließ.

Bereits am Freitagabend machten sich die Hiesfelder Shanty-Hard-Rocker mit Krückmann (Gehstock), Hackenroller (Rollator), Ladegerät (Sauerstoff), Heavy-Metall-Gitarre auf die Weserfähre, um dort ihren Fährgesang anzustimmen. Dies war sicherlich für einige Autofahrer die lustigste, wenn auch längste Überfahrt ans andere Weserufer. Am Sonntag ist der Chor von seiner dritten und für dieses Jahr letzten Fernreise zurück gekehrt.

Bei Kaiserwetter erschienen beim Shanty-Festival allein am Freitag etwa 30 000 Besucher, um den dort auftretenden 350 Musikern zu lauschen. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen für das vergangene Wochenende mit 80 000 Gästen. Der Samstag war geprägt von der Straßenmusik und Auftritten auf den Bühnen. Begeisterte Fans der Hiesfelder Matrosen ließen es sich nicht nehmen, den Chor auf Schritt und Tritt zu folgen. Der legte tänzerische Showeinlagen ein und brachte „What shall we do with the drunken Sailor“, „Fass Aquavit“ oder auch „Chiribiri“ zum Besten.

Wieder zurück in Dinslaken konzentriert sich der Chor auf den Rekordversuch am 28. September auf der Trabrennbahn in Dinslaken. Und auch die Mitgliederwerbung, bei der ausdrücklich darauf hingewiesen wird, das sich auch mal jüngere Männer zu den Proben einfindenoder am Schnupperkurs teilnehmen dürfen, ist im vollen Gange.

 

Shanty-Chor trat beim Bundesvision-Song-Contest mit der Band VIERKANTTRETLAGER in Berlin auf.

von Klaus Rank

 

NRZ, 04.10.2012

Stolz ist der Shanty Chor Hiesfeld von seiner Reise nach Berlin zurück gekehrt: Die musikalische „Städtepartnerschaft“ Hiesfeld – Husum brachte es beim Bundesvision Song Contest auf Platz 6.

Viel Freizeit, Geld und Arbeit hatte der Chor in dieses Projekt gesteckt. Und schon allein für das gesetzte Ziel, die Erstellung eines gemeinsamen Albums, einer Shanty Chor EP, hatte sich der Einsatz gelohnt. Nun stand der Chor beim Bundesvision Song Contest 2012 in der Berliner Max-Schmeling-Halle mit der Band „Vierkanttretlager“ auf der Bühne.

Verstärkt durch den Shanty-Chor Hiesfeld überzeugten die Schleswig-Holsteiner Indie-Rocker mit ihrem Song „Fotoalbum“ die Jury. Schließlich sind die Jungs aus dem Norden längst kein Geheimtipp mehr. Ihr Album „Die Natur greift an“ war zum Erscheinen im Januar 2012 bereits ausverkauft. Mit 76 Punkten holten sie sich den sechsten Platz, der gefeiert wurde wie ein Sieg. Das Mittelfeld war das ersehnte Ziel. Im ersten Drittel zu landen war für die Rotbachskipper schon sensationell.

Zur Freude der 13 Mann starken Shanty-Delegation gab es im Heimathafen Dinslaken/Bahnhof angekommen eine feine Überraschung. Etwa 25 Fans und die Ehefrauen empfingen mit Plakaten und Sekt ausgestattet ihre Gesangsstrategen.